Begegnung auf Augenhöhe: So war der DUOday 2026
Der DUOday beim Regionalverband der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. am 28. Mai 2026 zeigte beispielhaft, dass auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf aktiv am Arbeitsleben teilhaben können: Bei praxisnahen Erste-Hilfe-Übungen sowie spannenden Einblicken in den Rettungsdienst standen Lernen, Ausprobieren und gemeinsames Erleben im Mittelpunkt.
In Hamburg fand der DUOday bereits zum achten Mal statt – und in diesem Jahr zum vierten Mal mit Beteiligung von Klient*innen aus den Tagesstätten von Leben mit Behinderung Hamburg. Kooperationspartner*innen am 28. Mai 2026 (und in den Folgetagen) waren insgesamt zehn Unternehmen – ein deutliches Plus gegenüber dem letzten Jahr. Auch bei den Teilnehmenden mit hohem Unterstützungsbedarf stieg die Beteiligung deutlich: Mehr als 40 Teilnehmer*innen nutzten dieses Jahr die Möglichkeit, außerhalb des Tagesstätten-Kontextes in Unternehmen reinzuschnuppern und den Arbeitsalltag gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung zu gestalten.
Der DUOday bietet Menschen mit Behinderung eine Chance auf Teilhabe auf dem Ersten Arbeitsmarkt – zumindest für einen Tag, oft aber auch mit Perspektiven darüber hinaus. Nicht selten entstehen aus den ersten Begegnungen Praktika, weiterführende Kontakte oder sogar Beschäftigungsmöglichkeiten. Doch auch die beteiligten Unternehmen profitieren: Sie lernen Talente kennen, gewinnen neue Perspektiven und bauen mögliche Berührungsängste ab.
Beim Regionalverband der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., einem unserer Kooperationspartner*innen beim DUOday, war von Berührungsängsten keine Spur. In den Schulungsräumen der Johanniter-Geschäftsstelle in der Helbingstraße in Hamburg-Wandsbek bewiesen Sonja Opitz und Regionaljugendleiter Lasse Nielsen, dass Theorie keineswegs trocken sein muss. Welche Gefahrensituationen gibt es? Wie gehe ich vor, wenn es jemandem nicht gut geht? Welches Verbandsmaterial wird wann eingesetzt? Auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Teilnehmer*innen praxisnahe, leichtverständliche Antworten und dies in einem Tempo, sodass alle mitmachen und folgen konnten.
Mit großer Begeisterung wurden Erste-Hilfe-Maßnahmen ausprobiert und eingeübt. Besonders die stabile Seitenlage wurde Schritt für Schritt erklärt und anschließend gegenseitig geübt. Auch das Anlegen von Verbänden stand auf dem Programm. Für viel Spaß sorgte das selbstgemachte Fingerkuppenpflaster im sogenannten „Schmetterlingsverfahren“, das die Teilnehmenden direkt ausprobieren konnten.
Ein besonderes Highlight war zudem der Fuhrpark der Johanniter. Die Teilnehmer*innen freuten sich darauf, Kranken- und Rettungswagen aus nächster Nähe zu besichtigen. Sie durften die Fahrzeuge nicht nur von außen begutachten, sondern erhielten spannende Einblicke in die technische und medizinische Ausstattung und die Arbeitsabläufe der Rettungskräfte. Viele nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die Einsatzfahrzeuge ganz genau unter die Lupe zu nehmen und die Arbeitskleidung selbst anzuprobieren.
Sehen Sie hier Eindrücke vom DUOday bei den Johannitern.
Der DUOday 2026 hat erneut gezeigt, wie wertvoll Begegnungen auf Augenhöhe sind. Er schafft Möglichkeiten für Teilhabe, stärkt das gegenseitige Verständnis und eröffnet neue Perspektiven für Menschen mit Behinderung.
Einen feierlichen Abschluss gibt es am 18. Juni in der Handelskammer Hamburg.
