Eisgrillen 2026 – auf der Suche nach dem Nordstern

| LMBHH - News

Ein Fest für Selbstbestimmung, Teilhabe und Respekt – mit Mutmach-Geschichten, Musik und vielen Mitmach-Angeboten

Rund 200 Menschen kamen am 21. August zum Feiern in die glitzerschimmernde Halle des Südrings, um vielen Akteur*innen die Bühne zu geben, die sie selbst und ihre Geschichten verdienen. Und diese Bühne wird von Jahr zu Jahr größer und professioneller, erstmals mit barrierefreiem Zugang zur Bühne, einer professionellen Musikanlage und einem Bildschirm, sodass auch Menschen im Foyer das Bühnengeschehen mitverfolgen konnten. Eisgrillen, das alljährliche Fest von der Persönlichen Zukunftsplanung Wunschwege, zeigt seit 2013 auf beeindruckende Weise, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken und sich für Selbstbestimmung, Respekt und Teilhabe einsetzen. Dies wird vor dem Hintergrund der drohenden Sparmaßnahmen immer bedeutsamer.

Vor dem Start des Bühnenprogramms luden zunächst verschiedene Angebote die Gäste zum Mitmachen ein. Diese orientierten sich an den wertvollen Erfahrungen, die jede*r Bürger*in ermöglichen sollten: dazugehören, respektiert werden, wählen können, übliche Orte gemeinsam nutzen und etwas beitragen. Hierzu hatten verschiedene Akteur*innen vielfältige und einladende Aktionen gestaltet. Ein Schminktisch, Foto-Spiegel und Malautomat boten die Möglichkeit, sich so darzustellen, wie man möchte. Wünsche und Forderungen wurden auf Herzchen geschrieben, die das „Bäumchen des Respektierens“ schmückten. Bei „Mein Klick“ konnte man auswählen, welcher Song später gemeinsam gesungen werden sollte: „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ oder „Vom selben Stern“. Freiwilliges Engagement und Stadttreiben stellten vor, an welchen Plätzen in Hamburg sie unterwegs sind.

Das Moderatoren-Team Hein und Fiete, alias Björn Abramsen und Mathias Bernhold, nahm das Publikum in gewohnt döspaddeliger Manier mit auf ihre Reise rund um den Globus. Mit reichlich Seemannsgarn im Gepäck erzählten sie von ihren Abenteuern seit dem letzten Eisgrillen und fanden auf der Suche nach ihrem verlorenen Kompass Orientierung am Nordstern. Damit war das zentrale Thema gefunden. Dörte, alias Annika Albers, erklärte am Beispiel des Nordsterns, worum es bei der Persönlichen Zukunftsplanung von Wunschwege geht: „Es geht um Sterne, die den Weg weisen.“ Um Menschen, die ihren eigenen (Wunsch-)Stern finden. 

Die eigentlichen Stars des Eisgrillens waren deshalb, wie immer, die Klient*innen, die in ihren Mutmach-Geschichten von ihren Erfahrungen mit der Persönlichen Zukunftsplanung erzählten – und so für viele Gänsehaut-Momente sorgten. Robert Ozols berichtete, wie andere Menschen ihn dabei unterstützt haben, seinen eigenen Nordstern zu finden. Sein Fazit: „Ich kann euch allen empfehlen, eine Persönliche Zukunftsplanung zu machen.“ Auch weitere Beiträge machten Mut und zeigten, wie unterschiedlich persönliche Zukunftswege aussehen können. Zum Beispiel Julian Hinken, der herausgefunden hatte, dass er gern Klavierspielen lernen möchte. Gemeinsam mit Lina Braucks präsentierte er schließlich ein Stück am Klavier – zweifelsohne einer der Höhepunkte des Nachmittags.

Das Eisgrillen ist längst eine Institution. Es zieht nicht nur Klient*innen von Leben mit Behinderung Hamburg an, sondern auch Menschen aus anderen Bundesländern. Die weiteste Anreise hatte in diesem Jahr Ellen Keune aus Stuttgart. Mit ihrer Podcast-Reihe „Lust auf Zukunftsplanung“ führt sie alle zwei Monate Gespräche mit wechselnden Teilnehmer*innen zu diesem Thema. Die nächste Folge erscheint am 13. September.

Ein Tag voller Sterne ging zu Ende. Sterne, die Orientierung geben. Sterne, die für Wünsche, Talente, Respekt und Selbstbestimmung stehen. Und vor allem Sterne, die zeigen: Jeder Mensch kann seinen eigenen Weg finden, wenn er die Möglichkeit bekommt, ihn selbst zu bestimmen.

Das nächste Eisgrillen steht bereits fest: Am 27. August 2027 heißt es wieder Bühne frei!

Zurück
Eisgrillen 2026 Titelbild: Menschen in festlich geschmückter Halle