Leben mit Mut zum Sterben – Tod, Trauer und die Würde des Menschen: Ein Fachtag für alle Emotionen.

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Auch wenn das Leben geht, bleibt ein Fachtag in guter Erinnerung – mit vielen Impulsen, spannenden Beiträgen und einer guten Prise Lachyoga.

Nach dem Fachgespräch EUTB und zwei Workshops im Juni bildete der Fachtag am 9. Oktober im Südring den Höhepunkt der Veranstaltungsreihe „Leben mit Mut zum Sterben – Tod, Trauer und die Würde des Menschen“ im Jubiläumsjahr 70 Jahre des Elternverein Leben mit Behinderung Hamburg. 

Wer hätte gedacht, dass Lachyoga seinen Platz bei solch einem ernsten Themen findet? Maren Seemann zeigte anschaulich, wie die Kraft des Lachens innere Stille durchbrechen kann. Haben Sie schon einmal 120 Menschen gleichzeitig laut lachen gehört? So viele Teilnehmer*innen kamen zusammen, um über Sterben, Tod und Trauer ins Gespräch zu kommen und sich auf dem Markt der Möglichkeiten über Angebote wie gesundheitliche Versorgungsplanung, Trauerbegleitung, rechtliche Vorsorge, Aromatherapie und vieles mehr zu informieren. 

Warum dieser Fachtag so wichtig ist, brachte Kerrin Stumpf, Geschäftsführerin des Elternvereins zu Beginn auf den Punkt: „Manchmal, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, gerade am Lebensende, dann stehen die Angehörigen ganz schön allein da. Deswegen haben wir hier diesen Fachtag.“ Aber damit nicht genug. Menschen mit Behinderung müssen in ihren Erfahrungen und Bedürfnissen stärker in gesellschaftliche Debatten über Gesundheit, Medizin und das Lebensende einbezogen werden. Auch Staatsrätin Funda Gür betonte in ihrer Videobotschaft die Bedeutung von Selbstbestimmung, guter Zusammenarbeit und einer Kommunikation auf Augenhöhe.

Selbstbestimmung und Fürsorge gehören zusammen

Prof. Dr. Sabine Wöhlke von der HAW Hamburg zeigte, wie eng Selbstbestimmung und Fürsorge miteinander verbunden sind – gerade wenn Familien am Lebensende schwierige Entscheidungen treffen müssen. Würde ist nicht an Selbstständigkeit gebunden, sondern zeigt sich darin, Menschen ernst zu nehmen und ihre Wünsche zu achten. Damit der Wille der betroffenen Person bis zuletzt im Blick bleibt, müssen Angehörige, rechtlich Betreuende und Fachkräfte gemeinsam handeln, darauf wies Kerrin Stumpf in ihrem Beitrag über die rechtlichen Grundlagen hin. 

Wie daraus gute Praxis werden kann, berichtete Brigitte Buermann-Gerdes, Bereichsleitung Unterstütztes Wohnen. Gemeinsam mit Menschen mit Assistenzbedarf und Mitarbeitenden entwickeln die Dienste und Einrichtungen seit 2024 Angebote für den Umgang mit Tod, Trauer und Verlust. Dabei geht es darum, Menschen nicht vor Tod und Trauer zu bewahren, sondern ihnen Information, Rituale und Möglichkeiten zum Abschied zu eröffnen. Ein Beispiel dafür ist der Trauerbaum im Hildegard-Schürer-Haus: Verstirbt dort ein*e Bewohner*in, wird an dem Baum eine Kerze angezündet und Angehörige können persönliche Grüße hinterlassen.

Palliative Begleitung beginnt im Alltag

Anna-Mia Klüpfel, Leitung des Hildegard-Schürer-Hauses, machte deutlich: Palliative Versorgung beginne lange vor den letzten Stunden. Schmerzen lindern, Ängste reduzieren und Sicherheit geben – dafür brauche es aufmerksame Teams, frühzeitige Absprachen und eine gute Vernetzung mit Ärzt*innen und Palliativdiensten. 

Aus Sicht der rechtlichen Betreuung ergänzte Susanne Frorath, wie wichtig es sei, Wünsche und Willen rechtzeitig kennenzulernen und festzuhalten. Gute Entscheidungen bräuchten Vorbereitung und Menschen, die die betroffene Person kennen. Dabei verwies sie auf unsere neu erschienene Broschüre „Bis zuletzt selbstbestimmt. Entscheidungen am Lebensende und in medizinischen Krisen“. 

Die weiteren Impulse des Tages reichten von gesundheitlicher Versorgungsplanung über Kommunikation am Lebensende bis zur Trauer nach dem Tod der Eltern. So wurde deutlich: Wir können Tod und Trauer nicht verhindern. Aber wir können zuhören, rechtzeitig miteinander sprechen und Menschen auch in schweren Zeiten begleiten. Mit Respekt, Offenheit, Mut – und auch mit einer guten Prise Lachyoga. 

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Titelbild Fachtag Leben mit Mut zum Sterben: sechs Bilder vom Fachtag im Polaroid-Format