Protest am Gänsemarkt

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Am 9. Mai 2026 machte die Interessenvertretung von Leben mit Behinderung Hamburg am Gänsemarkt lautstark auf bestehende Defizite in der Inklusionspolitik aufmerksam.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man unsere Rechte klaut. Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns Barrieren baut.“ Auch vier Tage nach dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, am Samstagmittag, den 9. Mai, machten Demonstrant*innen am Lessing-Denkmal auf dem Gänsemarkt lautstark auf weiterhin bestehende Defizite in der Inklusionspolitik aufmerksam. Die Interessenvertretung von Leben mit Behinderung Hamburg hatte zu dieser Kundgebung aufgerufen. 

Für Stimmung sorgte die Samba-Gruppe VIRADA, musikalisch begleitet wurde der Protest außerdem von der Band Ottos Apfel. Durch das Programm führte Annika Albers, Botschafterin der Interessenvertretung. Ihr Kollege Fabian Pietzcker beklagte die schwierige Situation vieler Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt, kein Mindestlohn in den Werkstätten und eingeschränkte Wahl des Arbeitsplatzes. „Warum ist unsere Arbeit weniger wert?“, fragte er. Mit Blick auf die Tagesstätten forderte er, dass dort Arbeit als Arbeit anerkannt und bezahlt werden solle: „Warum soll Arbeit keine Arbeit sein – nur, weil sie im Förder- oder Teilhabesystem stattfindet?“ Der Vorsitzende der Interessenvertretung, Uwe Held, sprach über sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung und forderte mehr Respekt gegenüber dieser Zielgruppe. 

Die Kundgebung am Gänsemarkt war ein starkes Zeichen für mehr Teilhabe und Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Gerade in Zeiten anstehender Reformen befürchten viele Betroffene, dass Barrieren nicht abgebaut, sondern zementiert werden. 

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Titelbild Kundgebung am Gänsemarkt Hamburg. Protestschilder am Lessingdenkmal, im Hintergrund Demonstranten